Geraer möchte zur Tour de France: Jannis Peter unterschreibt ersten Profivertrag.
OTZ Gera / Andreas Rabel
18. Dez 2025

- Jannis Peter bei den Deutschen Meisterschaften im Zeitfahren in Aktion. (Foto: Arne Mill)
Mit einem Sieg bei der Czech Tour hat der Radsportler seine Klasse schon bewiesen. Welche Ziele der 25-Jährige für die kommende Saison hat.
Heike Schramm kann sich noch ganz genau an ihn erinnern. „Jannis ist schon in jungen Jahren, mit sechs, sieben Jahren zu uns zum Training gekommen, er war mit Feuereifer und Spaß bei der Sache, ob auf der Bahn oder der Straße“, sagt die Radsport-Trainerin.
SSV Gera die erste Radsport-Adresse für Jannis Peter.
Für Jannis Peter war der SSV Gera die erste Radsport-Adresse. Zeitungsbilder von damals zeigen den Blondschopf aus einem kleinen Dorf bei Schmölln als „Nachwuchssportler des Monats“. Viele Jahre später lebt er zwar auch auf dem Land, allerdings im Schwarzwald und das seit viereinhalb Jahren. Seine Freundin studiert an der Uni in Freiburg und er liebt die Nähe zur Stadt und schätzt die guten Trainingsmöglichkeiten in der Region.
Ende Oktober ersten Profivertrag unterschrieben.
Ende Oktober unterschrieb der 25-Jährige seinen ersten Profivertrag. Der gebürtige Geraer fährt in der kommenden Saison für das niederländische ProTeam Unibet-Rose Rockets. „Ich freue mich riesig, auf alles, was kommt“, sagt Jannis Peter, der die neuen Teamkollegen und die Trainer schon kennengelernt hat. Beim Trainingslager in Spanien hat man sich weiter beschnuppert.
Andy Schleck sein erstes Idol.
Wichtig sei für ihn, sportlich den nächsten Schritt gegangen zu sein. „Aber ich mache mir keinen Druck, träume nicht jeden Tag von der Tour“, sagt er und schmunzelt. In jungen Jahren sei das anders gewesen, da habe er die Frankreich-Rundfahrt im Kopf gehabt, sei immer präsent. „Wenn es sich ergibt, sage ich nicht Nein“, sagt er. Die Tour de France kennt er seit Kindesbeinen, mit den Eltern ging es im Sommer stets nach Frankreich, auch um die Bergetappen der Tour zu verfolgen. Als der Luxemburger Andy Schleck am Col du Galibier triumphierte, hatte der kleine Jannis sein Idol gefunden, nicht ahnend, dass auch er einmal seine Stärken am Berg haben würde.
Umfassende sportliche Ausbildung in Gera und Erfurt.
Inzwischen habe er gelernt, auf sich zu schauen, verfolgt seinen Weg – ohne Flausen im Kopf oder übertriebenen Erwartungen. „Bergankünfte, aber auch sehr anspruchsvolle Etappen, da müssen die Anstiege gar nicht in den Himmel wachsen, das ist etwas für mich“, sagt Jannis Peter, der auch ein starker Zeitfahrer ist. Die umfassende Ausbildung in Gera und am Sportgymnasium Erfurt trägt Früchte, seine ersten Erfolge feierte er als Bahnfahrer in der Einzelverfolgung und im Bahnvierer.
Sieg bei der Schlussetappe der Czech Tour.
Doch er stellt auch klar. „Ich betreibe Profiradsport, um auch selbst Rennen zu gewinnen.“ Das hat er in der abgelaufenen Saison gemacht, ist übers Jahr konstant gefahren, hat UCI-Punkte gesammelt, sich als Kontinentalfahrer im Team Vorarlberg unter die Profis gemischt. Mit einem fulminanten Endspurt gewann er die Schlussetappe der Czech Tour mit einer Bergankunft in Pustevny, sicherte sich obendrein noch Platz vier in der Gesamtwertung.
Ausgelassener Jubel nach dem ersten Profisieg.
Auf den letzten Metern fing er keinen Geringeren als Cian Uijtdebroeks vom Team Visma-Lease a Bike ab und feierte ausgelassen seinen ersten Sieg in einem Profirennen. „Natürlich war es superhart – besonders am Ende des Anstiegs. Es ist unglaublich! Das ist mein erster Profisieg, unglaublich“, sagte er im Sieger-Interview. „Wir hatten etwas Glück, dass die WorldTour-Teams das Tempo bestimmt haben und wir kleinen Kontinental-Teams uns etwas ausruhen konnten, im Windschatten. Am Ende musste ich den großen Fahrern folgen und ich bin superhappy, die Etappe gewonnen zu haben. Das ist jetzt wirklich ein Traum – super crazy!“
In der kommenden Saison hofft er auf ähnliche Erfolgserlebnisse. „Wenn die Form und die Platzierung stimmen, dann will ich auch angreifen. Wenn einer meiner Teamkollegen besser ist, dann trete ich für ihn in die Pedale, befolge die Teamorder. Das ist der Radsport.“ Wenn man Jannis Peter nach seinem Ziel fragt, wird klar: Trotz der Mühen und der vielen Stunden im Sattel will er genau eins – Radsport. Denn Radsport macht Spaß. Erst recht, wenn die Form stimmt, „und ich kann am Berg attackieren, vorfahren“.
Für zwei Jahre hat der frühere U23-Straßen- und Bergmeister bei Unibet-Rose Rockets unterschrieben, will seinen Traum vom Profiradsport leben, alles geben. (OTZ/A.Rabel)
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