Vom Mechaniker zum Trainer.

OTZ Gera / Andreas Rabel

19. Jan 2024

Karl Ammon, U13-Trainer beim SSV Gera: „Der Anfang als Trainer ist gemacht. Ich habe mich eingefuchst, bin in den Tagesaufgaben drin.“ (Foto: Andras Rabel)
Karl Ammon, U13-Trainer beim SSV Gera: „Der Anfang als Trainer ist gemacht. Ich habe mich eingefuchst, bin in den Tagesaufgaben drin.“ (Foto: Andras Rabel)

Wie Karl Ammon zum Radsport kam, Verband und ein Profi­team technisch betreute und sich einer neuen Aufgabe stellt.

Was macht einen guten Mechaniker aus? Klar, er muss sein Hand­werk verstehen, er muss schnell sein, die Situation er­ken­nen und in aufkommender Hektik und Geschäftigkeit um ihn herum, die Ruhe bewahren. Karl Ammon ist ein guter Mechaniker, ein sehr guter. Als Bundestrainer Lucas Schädlich 2021 einen Mechaniker suchte, fand er ihn in Karl Ammon.

Als Mechaniker bei EM und WM sowie Rundfahrten im Einsatz.

Nach dem Auftakt bei der Niederösterreich-Rundfahrt folgten im Auftrag des Verbandes EM- und WM-Einsätze, für das Frauen­profiteam Canyon SRAM war der 26-Jährige bei der Tour de France, dem Giro d’Italia und der Thüringen-Rundfahrt unter­wegs.

Da war der Wahl-Geraer nicht nur als schneller Helfe bei Pannen und Stürzen gefragt, auch seine Ortskenntnisse machten sich die Renner vom in Leipzig beheimaten Rennstall zunutze. Um die 160 Renntage pro Jahr plus Vor- und Nach­bereitung kamen zusammen. Damit ist nun Schluss. Nicht weil er muss, sondern weil er es möchte, sich für eine neue Aufgabe entschied. Dem Radsport bleibt er treu. Karl Ammon wird Trainer der Altersklasse U13 beim SSV Gera.

Ganz neu ist er nicht im Verein, er half schon aus, wenn Not am Mann war. „Der Anfang als Trainer ist gemacht. Ich habe mich eingefuchst, bin in den Tagesaufgaben drin“, sagt er. Zum Start hat er eine zehnköpfige Trainingsgruppe, die soll wachsen, er will sichten, den einen oder anderen zum Radsport bringen.

„Um so größer die Trainingsgruppe, um so besser. Die Sportler lernen, wie Radsport funktioniert, schulen Technik und Taktik, verbessern im Pulk ihre Radbeherrschung, lernen, sich zu trauen, in eine Lücke zu fahren, einen Sprint anzufahren und durchzuziehen.“ Das komplette Radprogramm, angepasst an Ausbildungsstand und Alter seiner Schützlinge. Eine Unter­schei­dung zwischen Bahn und Straße, Sprint- und Ausdauer­disziplinen gibt es noch nicht – alle trainieren alles.

Der neue Trainer bietet viermal in der Woche Training an, viel­fäl­tig soll es sein, der Spaß am Training und am Radsport soll nicht zu kurz kommen. Ende des Monats fährt er mit seinen Sportlern nach Berlin, um die Sechstagerennen zu verfolgen. Seit seiner Zeit als Mechaniker ist er im Radsport gut vernetzt, „wir werden auch mal hinter die Kulissen schauen, im Innenraum sein, Radsportluft schnuppern“, freut auch er sich auf die Sixdays.

Karl Ammon, der seine ersten Erfahrungen als Radsporttrainer bei Konrad Smolinski in Bad Köstritz sammelte, ist mit Feuereifer bei der Sache, das spürt man sofort.

Aufgewachsen ist er in Zittau, betrieb Skilanglanglauf, fuhr Moun­tain­bike, studierte in Jena und Leipzig Sport­wissen­schaf­ten, lernte seine Freundin Maja Beetz kennen, die professionell im Langdistanz-Triathlon unterwegs ist. Der guten Trainings­bedingungen wegen, entschied sie sich von Jena nach Gera zu ziehen.

„So bin ich in Gera gelandet“, sagt Karl Ammon und fühlt sich an der Weißen Elster schon heimisch, die Radrennbahn wird nun sein zweites zu Hause.

Und falls einer seiner Schützlinge mal einen Platten hat, der Trainer wird schnell zur Stelle sein, mit dem Laufrad in der Hand und aufmunternden Worten. (OTZ/A.Rabel)


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