Geraer Radsportler auf virtueller Heldenreise.

OTZ Gera / Andreas Rabel

08. Jan 2022

Geschafft: Die Geraer Radsportler nach dem Workshop als Teil des Erasmus+-Projekts.  (Foto: Paula Kerndt)
Geschafft: Die Geraer Radsportler nach dem Workshop als Teil des Erasmus+-Projekts. (Foto: Paula Kerndt)

Wie der SSV Gera das Erasmus+-Projekt am Laufen hält. Workshop zum Jahreswechsel. Hoffen auf ein Treffen in Stockholm.


Du ahnst, dass du mehr leisten kannst, als das momentan der Fall ist. Du möchtest was ändern, doch schnell findest du dich im Hamsterrad wieder, kurbelst und kurbelst und trittst doch auf der Stelle. Da geht es den Sportlern wie uns allen. Du hast ein Ziel vor Augen und stehst dir immer wieder selbst im Weg.

Doch wie das ändern? Ein Workshop als Teil des Erasmus+-Projekts beschäftigte sich mit dieser Frage, nahm die Rad­sport­ler des SSV Gera mit auf eine Heldenreise. Mal nicht auf dem Rad sitzen, sondern am Tisch, ein bisschen wie in der Schule. In sich gehen. Sich hinterfragen. Was mache ich schon gut, was nicht? Was sind Störfaktoren, die ich ausschalten muss?

Die Geraer Trainerinnen Heike Schramm und Paula Kerndt hatten den Workshop mit verschiedenen Modulen vorbereitet und waren selbst überrascht, „dass die Sportler so gut mit­zogen, gute Ideen hatten, Lösungsvorschläge unterbreiteten und bereit waren, sich zu hinterfragen. Wir konnten alle einiges mitnehmen“, sagte Paula Kerndt.

Auf der virtuellen Heldenreise bestimmten die Nachwuchs-Rad­sportler ihren Ausgangspunkt, definierten ein Ziel, stellten sich Aufgaben und Herausforderungen, um dorthin zu kom­men, durchliefen einen Tiefpunkt, erlebten eine Krise, fanden heraus und konnten sich am Ende als „Helden“ fühlen. „Das erleben die Sportler im Training oder im Wettkampf ja auch, Höhen und Tiefen – beides muss gemeistert werden.“

Zu Beginn des Workshops hatten die Radsportler einen Frage­bogen rund um die Heldenreise ausgefüllt, dieselben Fragen am Ende des Workshops noch einmal beantwortet. Die Aus­wer­tung des Workshops einschließlich der Umfrage werden von den auch am Erasmus+-Projekt teilnehmenden Vereinen aus Bulgarien, Frankreich und Rumänien nach Irland ge­schickt. Die „Champions Factory“, spezialisiert auf Projekt­betreuung, fasst die Ergebnisse gemeinsam mit der „Nordic European Mobility“ aus Schweden zusammen. Erstellt wird das Projekt „Dreidimensionales Sportmanagement-System“.

Im Mittelpunkt dieses Erasmus+-Projekts, der SSV Gera hatte sich zum zweiten Mal erfolgreich beworben, steht die Aus­bil­dung der Sportler. Das Projekt beschäftigte sich mit den Fragen: Wie kann es gelingen Sport und Ausbildung zu verbinden? Wie funktioniert es mit dualer Ausbildung? Der Workshop im Verein zum Jahreswechsel war die Fortsetzung, der praxisbezogene Teil. Im Frühjahr soll es eigentlich ein Treffen in Stockholm geben, um die Ergebnisse zu diskutieren, für sich abzuleiten, was man umsetzen kann.

Eigentlich wäre das auf zwei Jahre angelegte Erasmus+-Projekt „Sportspeople Education and Training 4 Dual Career“ Ende 2021 beendet gewesen, wurde aber von der EU wegen der Corona-Lage um ein halbes Jahr verlängert. Erasmus+ lebt von den Kontakten, von Besuchen. „ Doch genau das ging in der Corona-Krise nicht“, sagt Paula Kerndt.

Das Treffen in Stockholm war mehrfach verschoben worden, es wird wohl wieder auf eine Videokonferenz hinauslaufen. (OTZ/A.Rabel)


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