Botschaft vom Olympiasieger.
Wie der SSV Gera durch die Corona-Zeit kommt.

OTZ Gera / Andreas Rabel

19. Jan 2021

Olaf Albrecht, Präsident des SSV Gera.  (Foto: Andreas Rabel)
Olaf Albrecht, Präsident des SSV Gera. (Foto: Andreas Rabel)



Wie der SSV Gera durch die Corona-Zeit kommt, das Training organisiert und die Hoffnung, dass bis 2023 die Radrennbahn runderneuert ist.

Eigentlich sollte „30 Jahre SSV Gera 1990“ am Vortag der Apres Tour Gera 2020 gefeiert werden, doch Corona ließ das nicht zu. Olaf Albrecht, der Vereinspräsident, sieht das nicht so tragisch. „Im Moment gibt es wichtigere Dinge als eine Feier.“ Im Fokus stehe, „den Verein mit all seinen Facetten am Laufen zu halten. Neue Ideen zu entwickeln.“

Trainingspläne per Mail, Facebook und WhatsApp können das Vereinsleben nicht ersetzen, aber in Corona-Zeiten gehe es nicht anders. Der Radsport komme dabei noch besser weg, als Hallen- oder Kampfsportarten. „Wir können unsere Runden drehen, wenn auch jeder für sich.“ Doch in der Krise zeige sich auch, wer ehrgeizig und zielstrebig ist. „Die Nachwuchssportler lernen selbst­ständig und in eigener Verantwortung zu trainieren“, sagt Olaf Albrecht. Jede Krise bringe auch Positives oder Neues hervor, sagt der frühere Boxer und Teammanager beim Team Köstritzer. Per Videobotschaft melden sich Olaf Ludwig, Bernd Herrmann oder Lena Reißner – weitere werden folgen.

Die Sportler können ihre Videos vom Training in Corona-Zeiten schicken und sehen sich und ihre Mannschaftkameraden beim Training. „Wir machen das nicht bierernst“, sagt Olaf Albrecht, der natürlich weiß, „dass Radsportler im Winter gemacht werden, in dieser Zeit die Grundlagen gelegt werden“. Doch die Trainerinnen Heike Schramm und Paula Kerndt waren schon nach dem ersten Lockdown positiv überrascht, wie fleißig trainiert wurde. Als erster Verein bundesweit hatte der SSV Gera Nachwuchsrennen auf der Bahn organisiert, auch eine viel beachtete Bundessichtung ausgerichtet. „Zu neunzig Prozent im Ehrenamt“, betont der Vereinspräsident. Mit dem BahnCup, der Ost­thüringen Tour und der Apres Tour Gera hat der SSV Gera Wett­kampf­formate entwickelt, die es nicht ein zweites Mal gibt. Die Starter kommen aus dem Bundesgebiet und sogar aus dem Ausland nach Gera.

Von der U11 bis zur U19 bilden die Geraer Radsportler aus, die Besten wie zum Beispiel Lena Reißner wechseln dann an den Olympiastützpunkt nach Erfurt. „Wir haben unseren Platz in der Thüringer Radsport-Landschaft gefunden, sind ein sehr erfolg­rei­cher Ausbildungsverein“, sagt Olaf Albrecht über den SSV Gera und das angegliederte Landesleistungszentrum. Über die Lauf­rad­gruppe, die Rad-AG oder die Ferienfreizeit und Sichtungen in den Schulen kommen die Jüngsten zum Radsport, der Tag der offenen Tür im vergangenen Sommer war ein großer Erfolg.

„Diesen Weg wollen wir weiter gehen, den Verein breiter auf­stel­len für Freizeit- und Breitensport, für Hobbyfahrer. Da müssen wir neue Wege gehen.“ Rund 200 Mitglieder zählt der SSV Gera und es können gern mehr werden. Die Radrennbahn bezeichnet Albrecht als das Herzstück des Vereins, das Areal soll noch mehr Anlauf- und Servicepunkt für den Radsport werden. Doch blickt er auf den Flickenteppich im Zementoval wird klar, das geht nicht mehr lange gut. Doch ohne Bahn könne die sport­li­che Aus­bil­dung nicht auf dem hohen Niveau weitergeführt werden, fehle eine Wettkampfstätte. 1956/57 war die 250-m-Bahn ein­ge­weiht, 1978/79 saniert worden. „Das ist lange her. Wir sind mal an der Reihe“, sagt Albrecht und verweist auf eine Be­schluss-Vorlage.

„Der Stadtrat beauftragt den Oberbürgermeister bis zum vierten Quartal, einen Maßnahmen- und Finanzierungsplan zum Erhalt einer Sportstätte für den Rad-/Bahnradsport in Gera vor­zu­le­gen.“ Und warum nicht schon mal in die nahe Zukunft blicken. Am 29. November 1973 wurde die SG Wismut Gera gegründet, der Ver­ein der Ludwig, Barth, Heppner, Haueisen, Mortag sowie Fang­hä­nel, Förster, Kaden, Richter, Beyer und Loch. Der SSV Gera 1990, bis 1997 noch mit den Boxern vereint, ist der Nach­folge­verein der SG Wismut. „Wenn wir 2023 auf einer sa­nier­ten Rad­renn­bahn die Gründung der SG Wismut vor 50 Jahren be­ge­hen könnten, das wäre ein Fest für unser Gera und unseren Sport.“ (OTZ/A.Rabel)


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