Radsportnachwuchs in Thüringen voran bringen.
Neuorientierung des Thüringer Straßenradsports im U23-Bereich.

SSV Gera / TRV / Presse

13. Feb 2014

Den U23-Radsport in Thüringen wieder stark machen: Teammanager Martin Brand, Jenatec Geschäftsführer Peter Schmidt, Sportlicher Leiter Lars Wackernagel, Staatssekretär Dr. Hartmut Schubert und TRV-Präsident Uwe Jahn.
Den U23-Radsport in Thüringen wieder stark machen: Teammanager Martin Brand, Jenatec Geschäftsführer Peter Schmidt, Sportlicher Leiter Lars Wackernagel, Staatssekretär Dr. Hartmut Schubert und TRV-Präsident Uwe Jahn.

Allzu viel über das neue "Jenatec Thüringen" U23-Team wollte Teammanager Martin Brand der Öffentlichkeit noch nicht preisgeben. Das will man sich für die öffentliche Teampräsentation am 24. März 2014 in den Gera Arcaden vorbehalten. Doch wenn man Journalisten zum Pressegespräch bittet, dann muss man sich schon mal in die Karten gucken lassen. Und genau das geschah beim heutigen Pressegespräch in den Geschäftsräumen der Jenatec Industriemontagen GmbH in Erfurt, dem Hauptsponsor des neuformierten U23-Radteams.

Zwölf Aktive werden künftig für Thüringen in die Pedale treten. Dabei baut der Sportliche Leiter und Trainer Lars Wackernagel unter anderem auch auf die Thüringer Eigengewächse. Mit dem Greizer Jonathan Dinkler und den beiden Erfurtern Konrad Geßner und Robert Krause werden drei hoffnungsvolle Nachwuchsradsportler, die mit Saisonbeginn von den Junioren in die U23 wechselten, sich der Konkurrenz offensiv stellen und die Herausforderung Bundesliga annehmen. Verstecken müssen sich die drei Thüringer mit ihren bisher gezeigten Leistungen nicht. Als Team beendeten sie die Junioren-Bundesligasaison 2013 auf Platz drei. Beim Bundesligarennen in Dautphe stand Robert Krause auf dem obersten Treppchen und in Luckau triumphierte Jonathan Dinkler. Konrad Geßner gewann die Cena Slovenska. Auch bei den Deutschen Juniorenmeisterschaften auf der Bahn gab es Medaillen: Bronze in der Mannschaftsverfolgung für Konrad Geßner und Robert Krause sowie Bronze über 1000 m für Robert Krause und Platz vier im Madison für Robert Geßner.

Zu den bekannten Gesichtern im Team zählen die Geraer Erik Metzke und Pascal Diemer, die bereits im Vorjahr dem Team Jenatec Cycling angehörten.

Die Kombination zweier Teams aus zwei Landesverbänden unter einem Dach, hat Jenatec-Geschäftsführer Peter Schmidt abgehakt. „Schon als Jenatec Cycling hatten wir uns die Förderung des Nachwuchses auf die Fahne geschrieben. Das letzte Jahr war für uns eine wichtige Erfahrung und wir waren erfolgreich. Unser Herz als Unternehmen schlägt aber in Thüringen und für Thüringen. Mit dem Ende des Thüringer Energie Teams sahen wir den Radsportnachwuchs in Thüringen bedroht. Als Partner für den Radsport gibt es für uns nur eins, den Nachwuchs in Thüringen voranzubringen“, begründet Peter Schmidt das Engagement. Als Vision sieht er schon, dass sich das Team in den kommenden Jahren weiter profilieren wird und dass einige daraus einmal den Profiradsport verstärken werden.

Doch noch ist es nicht soweit und vorerst heißt es „kleinere Brötchen“ zu backen. Was gut werden soll braucht eben Zeit. So sieht es auch Uwe Jahn, Präsident des Thüringer Radsport-Verbandes. Hat man sich in den letzen Jahren mit dem Thüringer Energie Team langsam aus der U23 herausgelöst, erfolgt nun eine Umkehr zurück zur U23, um die am Landesleistungsstützpunkt entwickelten U19-Kader dem Team zuzuführen. „Wir haben die Tradition und wir besitzen die Fähigkeit dazu“, so der TRV-Präsident, der aber auch klarstellt, dass es kein zurück in die Vergangenheit, sondern eine Neuorientierung ist.

Und die beginnt schon mit dem Sportlichen Leiter und Trainer Lars Wackernagel. Selbst über Jahrzehnte im Radsport aktiv, verfügt er über einen reichen Erfahrungsschatz als Trainer und Sportlicher Leiter, zuletzt beim Kontinentalteam NSP-Ghost, auch wenn er sich selbst vorerst etwas zurückhält. „Bisher hatte ich es mit gestandenen Sportlern zu tun. Jetzt sind es alle ganz junge, was ich wiederum als äußerst interessant an meiner neuen Tätigkeit finde. Für mich heißt es umdenken, mir vorzustellen, was heute so in den Köpfen der 18-Jährigen so vor geht. Waren es bisher Rennen zwischen 100 und 140 km, sind es nun 170 bis 200 km. Das steckt man nicht so einfach weg, daran muss man sich erst gewöhnen, das braucht Zeit“, so der 38-Jährige, der meint, „die erste Welle müssen sie über sich ergehen lassen“.

Doch nicht nur der sportliche Anspruch wird für das junge Team zu einer Herausforderung. Auch das Drumherum muss sich nach und nach entwickeln. Als „einen Schreck“ bezeichnete Dr. Hartmut Schubert, Staatssekretär im Thüringer Ministerium für Soziales, Familie und Gesundheit, den Ausstieg der TeamSpirit aus dem Thüringer Radsport, was nicht nur auf das Energie Team zurückschlug, sondern auch auf das Sprintteam und die U23-Rundfahrt in Thüringen. „Es hat keinen Sinn, über die Vergangenheit zu reden. Kein Zweifel, es war eine sehr gute Zeit. Aber auch gute Zeiten gehen einmal zu Ende. Der Radsport ist die erfolgreichste Sommersportart in Thüringen. Daran gilt es anzuknüpfen. Mit Jenatec hat der Thüringer Radsport einen Partner an seiner Seite, der über die notwendigen Erfahrungen wie auch über das Engagement verfügt“, so der Staatssekretär, der an Uwe Jahn einen Scheck in Höhe von 58.722,14 € zur Anschubfinanzierung für den Kauf von Fahrzeugen und Radmaterial überreichte. (rs)


Weitere Bilder   siehe SSV-Bildergalerie >>
Jenatec Thüringen siehe jenatec-cycling.de >>

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