Ich bin ein Geraer, der in Greiz wohnt.
Ehrenamtliches Engagement von Hilmar Schmidt gilt dem Radsport und der Parkeisenbahn.

SSV Gera / Presse

23. Dez 2010

Toni, ein thailändischen Radsportler und Fahrradhändler, der sein Geschäft unmittelbar neben dem Hotel hatte, wo Hilmar Schmidt während seines beruflichen Aufenthaltes in Thailand 2005 wohnte.  (Foto: privat)
Toni, ein thailändischen Radsportler und Fahrradhändler, der sein Geschäft unmittelbar neben dem Hotel hatte, wo Hilmar Schmidt während seines beruflichen Aufenthaltes in Thailand 2005 wohnte. (Foto: privat)


Hilmar Schmidt, heute 46 Jahre, hat 33 Jahre in Gera gewohnt. Berufsbedingt, seine Ehefrau Katrin hat in Plauen gearbeitet, ist er 1997 nach Greiz gezogen. Dennoch war, ist und wird auch künftig seiner Heimatstadt Gera treu bleiben. Für Hilmar Schmidt ist es eben so. „Ich bin ein Geraer, der in Greiz wohnt.“ Auch sonst ist er viel unterwegs und wenn nicht beruflich mit dem Auto, dann am liebsten mit dem Motorrad oder vor allem mit dem Rennrad.

Ob auf Rädern mit schmalen Reifen oder Rädern auf Schienen, da kennt sich der gelernte Maschinen- und Anlagenmonteur bestens aus. An der Technischen Universität Magdeburg 1991 zum Ingenieur für Montage- und Fügetechnik diplomiert, arbeitet er heute als Fertigungsleiter in der He-GAS GmbH Hermsdorf. Seine Tätigkeit führte ihn in den Jahren 2004 bis 2006 als Bauleiter und Leitmonteur nach Zentralthailand. Natürlich im Gepäck das Mountainbike. „Wo fährt man in Thailand Mountainbike? Auf dem Truppenübungsplatz! Ja, aber da komme ich als Deutscher nicht rein. 'Kein Problem, Du sagst dem Posten, dass Du Profi bist, und er lässt Dich passieren.' Gesagt, getan. Nach ein paar Tagen gehörte ich bei der thailändischen Armee schon zum Inventar“, erzählt Hilmar Schmidt, der sich rasch in die landestypischen Gepflogenheiten eingefügt hatte. Zwar sei das Leben der Menschen dort von großen Gegensätzen zwischen arm und reich geprägt, dennoch nehmen die Menschen die Probleme mit einer beeindruckenden Gelassenheit. Dort gehen die Uhren eben anders.

Zu seinem neunten Geburtstag hatte er sein erstes Fahrrad bekommen, ein Klappfahrrad der Marke Mifa. „Wir waren inzwischen in die Südstraße im Stadtteil Debschwitz gezogen. Schon bald kam es zum ersten Kräftemessen mit den Kindern aus der Nachbarschaft und die Straßen im Wohngebiet verwandelten sich in eine Rennstrecke. Zwei Jahre später habe ich mit meinem Klappfahrrad beim Spartakiadekilometer, einem Einzelzeitfahren rund um das Geraer Stadion der Freundschaft, den zweiten Platz belegt. Im gleichen Jahr wurde ich Pioniereisenbahner und der Radsport trat wieder in den Hintergrund. Da ich auf dem Weg in den Martinsgrund jedoch immer an der Radrennbahn vorbei kam, habe ich den Traum vom Rennrad nie aufgegeben“, erinnert sich Hilmar Schmidt.

Seit 1977 fährt er aktiv Rad, schloss sich 1980 der Radwandergruppe der BSG Elektronik an. Zu seinen ersten Highlights zählten 1980 die Radwanderung "Rund ums Dreiländereck" mit Start und Ziel in Zittau, sowie 1982 der Radmarathon Berlin-Cottbus-Berlin über 1000 km, verteilt über 7 Etappen. So hat er bis 1990 an über 200 organisierten Radwanderungen teilgenommen. 1990 wechselte er zur SG Wismut Gera, dem heutigen SSV Gera 1990 e.V..

Eine neue Herausforderung für ihn war die Teilnahme an der Super-Cup-Serie des Bund Deutscher Radfahrer. In den Jahren 1991 bis 2006 hat er 51 Radmarathons dieser Serie erfolgreich bewältigt. Die Tagesdistanzen lagen hier zwischen 202 und 326 km. Seitdem lässt er es etwas ruhiger angehen. Ein weiterer Höhepunkt für ihn war 2009 eine Rennrad-Reise in Thailand von Bangkok nach Phuket.

„Radfahren heißt für mich, hinzufahren, wohin ich will, neue Landstriche zu erkunden, viele nette Menschen kennenzulernen und einen Ausgleich zu den täglichen Anforderungen im Büro zu finden“, beschreibt er seine Begeisterung für das Radfahren. Nur den Sprung zum Leistungssport hat er nicht gewagt. „Sicher habe ich auch davon geträumt, aber spätestens als radelnder Pioniereisenbahner hatte ich dafür gar keine Zeit. Später hatte dann die berufliche Entwicklung Vorrang.“ So geht es ihm im Radsport auch nicht um Ruhm und Anerkennung. „Im Breitensport gibt es eigentlich nur Sieger. Mein Erfolg ist, dass ich bei allen Radtouren, egal wie lang und egal wie hart sie auch oft waren, immer das Ziel erreicht habe.“ So 4000 bis 5000 Kilometer legt er im Jahr zurück. Zu mehr reiche im Moment die Zeit nicht. Vielleicht klappte es noch einmal mit „Rund um Vorarlberg“. „Hier bin ich seit meinem ersten Start 1990 nicht mehr gewesen.“

Radsport bedeutet für Hilmar Schmidt aber nicht nur in die Pedale treten. So ist er als Kommissär bei Wettkämpfen tätig, hilft bei der Organisation von Veranstaltungen sowie bei der Ergebniserstellung und zählt unter anderem auch zum Org-Team der Ostthüringen Tour.

Neben dem Radsport trifft auf ihn auch der Slogan zu: "Einmal Pioniereisenbahner, immer Pioniereisenbahner". „Die ersten 8 Lebensjahre habe ich gegenüber dem Geraer Südbahnhof gewohnt. Ich bin also mit dem typischen Dampflok-Geruch und der Geräuschkulisse der Eisenbahn aufgewachsen. Mit 7 Jahren hat mich der Weihnachtsmann mit einer Modelleisenbahn beschenkt. Das Eisenbahnfieber war geweckt und die erste Lokomotive mit den beiden Waggons fährt auch heute noch gelegentlich auf der heimischen Modelleisenbahnanlage“, erinnert sich Hilmar Schmidt.

7. September 1975: Einen Tag nach der Eröffnung der Pioniereisenbahn durfte Hilmar Schmidt, Sechstklässler aus der Erich-Weinert-Oberschule, schon mal die Weiche stellen. Uniformen gab es damals noch nicht, dafür aber das Outfit der Thälmann-Pioniere.
7. September 1975: Einen Tag nach der Eröffnung der Pioniereisenbahn durfte Hilmar Schmidt, Sechstklässler aus der Erich-Weinert-Oberschule, schon mal die Weiche stellen. Uniformen gab es damals noch nicht, dafür aber das Outfit der Thälmann-Pioniere. (Foto: privat)


Für ihn ist Eisenbahn erlebbare Technik. Egal ob man als Betrachter einen Zug vorbeifahren sieht oder als Fahrgast mitreist. Doch das reichte ihm nicht aus und als man im Frühjahr 1975 Interessenten für die im Herbst neu zu eröffnende Pioniereisenbahn suchte, meldete er sich gemeinsam mit seinem Freund aus der Parallelklasse.

„Die ersten Zusammenkünfte fanden im Pionierhaus in der Geschwister-Scholl-Straße statt. Es folgte eine kurze Ausbildung, heute würde man 'Schnellbesohlung' dazu sagen. Die Resonanz war so groß, dass nicht alle Schüler gleich in der ersten Fahrsaison berücksichtigt werden konnten. Umso größer bei mir die Freude, dass ich zu den ersten Pioniereisenbahnern gehören durfte. Die Fahrsaison 1975 war noch das pure Abenteuer, denn weder die Verantwortlichen, noch wir als frischgebackenen Pioniereisenbahner wussten, wie eine Pioniereisenbahn so richtig zu betreiben ist. Immerhin wussten wir am Ende des Jahres, dass es funktioniert. Anfang 1976 in den Winterferien begann dann die richtige Ausbildung. Die Neugier war groß und schnell bekam ich meinen Spitznamen: 'Professor'. Durch die weiterführende theoretische Ausbildung in den Wintermonaten wurde uns in den folgenden Jahren eine komplette Eisenbahnerausbildung zuteil. Neben der grauen Theorie hatten wir Gelegenheit, bei verschiedenen Exkursionen die große Bahn hautnah zu erleben. Besonders in Erinnerung sind mir die Besuche im Bahnbetriebswerk Gera. Hier hatten wir Gelegenheit, die großen Dieselloks nicht nur gründlich zu besichtigen, sondern auch ein paar Meter zu fahren. Mit dem Abschluss der 10. Klasse endete 1980 mein Dienst bei der Pioniereisenbahn.“ Doch davon los gekommen ist er nie. Seit einem Jahr ist Sohn Maximilian (14 Jahre) begeisterter Pioniereisenbahner. „Für mich als 'Urgestein der Parkeisenbahn' gab es da nicht viel zu überlegen und so wurde ich im September 2009 Mitglied im Geraer-Waldeisenbahn-Verein. Dass ich 5 Monate später zum Vereinsvorsitzenden gewählt wurde, ist wieder eine andere Geschichte. Ich hätte auch Nein sagen können“.

Bei all dem kommt die Familie nicht zu kurz, vor allem da ja auch der Hausumbau noch auf vollen Touren läuft. „Meine Familie kennt mich schon immer als verrückten Radfahrer. Da hat es nie ernsthafte Probleme gegeben. Nun ist die Parkeisenbahn wieder dazugekommen. Da mein Sohn Maximilian aktiver Parkeisenbahner ist, bleibt es ja auch in der Familie. Dennoch bleibt noch Zeit für gemeinsame Unternehmungen, wie z.B. die gemeinsame Fahrten mit dem Dampfsonderzug nach Cheb, Wanderungen im Gebirge und andere Ausflüge. Trotzdem ist das nur mit guter Planung zu bewältigen. Wir stimmen uns in der Familie ab und finden immer eine Lösung. Viele kleine Dinge erledige ich in den Abendstunden und verzichte dafür auf die eine oder andere Fernsehsendung“, erzählt Hilmar Schmidt. Auch Ehefrau Katrin und Tochter Michaela betätigen sich sportlich. Ihre Liebe gehört den Pferden.

„Wer wagt, gewinnt. Wer bremst, verliert“, beschreibt Hilmar Schmidt seine Lebensphilosophie. Einfach nur mitmachen, sei eben nicht so sein Ding. (rs)

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