Großer Zuspruch bei Event „Sanierung Radrennbahn JETZT! 25 Jahre reichen!“

09. Mai 2024

Ein symbolischer Anfang: Christian Magiera, Vereinsberater beim SSB Gera, Sandra Raatz, Vorsitzende Kultur- und Sportausschuss, Lena Charlotte Reißner, Geraer Bahnradsportlerin, Heike Schramm, TRV-Sichtungstrainerin, Kurt Dannenberg, SSB-Präsident.
Ein symbolischer Anfang: Christian Magiera, Vereinsberater beim SSB Gera, Sandra Raatz, Vorsitzende Kultur- und Sportausschuss, Lena Charlotte Reißner, Geraer Bahnradsportlerin, Heike Schramm, TRV-Sichtungstrainerin, Kurt Dannenberg, SSB-Präsident.

Das Engagement bei der Vorbereitung auf das Radsportevent hat sich gelohnt. Rund um das altehrwürdige Betonoval war zu spüren, die zahlreichen Besucher aus nah und fern wollen es und hoffen darauf, dass die Radrennbahn wieder zu einem Zentrum für den Radsport in der Stadt Gera wird. Für so manchen war der Besuch eine Zeitreise in die Vergangenheit, wo das Areal einst bebte.

Für Hans Thiers, Kriminalrat a.D. und Buchautor, gibt es keinen schöneren Sport. Ab 1967 drehte er selbst so manche Runde auf dem Betonoval und holte auch einige Meistertitel. Sein Herz schlägt für den Radsport und er konnte an SSV-Präsident Olaf Albrecht zwei Laufradsätze übergeben sowie von ihm und seinem Verleger Michael Kirschschläger eine 200 Euro Spende.

Inzwischen ist die Geraer Radrennbahn in die Jahre gekommen, gleicht eher einer „alten Dame“, die um ihr Überleben kämpft.

Eine der Sportlerinnen, die den Niedergang Jahr für Jahr mit­er­le­ben müssen, ist Lena Charlotte Reißner. „Hier auf der Bahn haben ich einst angefangen, hier habe ich das Einmaleins des Rad­sports erlernt. Was aus mir geworden wäre ohne die Rad­renn­bahn ist für mich undenkbar. Es tut schon weh mit an­zu­se­hen, was aus der Bahn geworden ist“, so die heute 23-Jäh­ri­ge, die in diesem Jahr auf einen Start auf der Bahn bei den Olym­pi­schen Spielen in Paris hofft.

Was eher verrückt klingt, hat einen tiefen Hintergrund. Wer lädt schon zu einer Veranstaltung ein, die es ja eigentlich gar nicht gibt. Vielleicht etwas verrückt, ja schräg. Für den SSV Gera ist es nach 25 Jahren nun ein Hilferuf. Besser hätte man das Motto nicht treffen können: „Sanierung Radrennbahn JETZT! 25 Jahre reichen!“ Irgendwann ist das Maß voll.

An Ideen und den dazugehörigen Projekten hat es nie gefehlt, wie eine Dokumentation zeigte, die ergänzt wurde durch einen kleinen historischen Abriss von den Anfängen der Bahn bis heute.

„Projekte, Fortschritte, auch Rückschritte hat es gegeben. Den heutigen Tag wollen wir dazu nutzen, etwas lauter auf unser Anliegen aufmerksam zu machen“, so SSV-Präsident Olaf Albrecht.

Unterstützung gab es von der Privilegierten Schützen­gesell­schaft Gera, die zu Beginn der Veranstaltung ihre Kanone abfeuerte.

„Die alljährlichen, immer wieder notwenigen Aus­bes­se­rungs­arbei­ten machen eine frühzeitige Trainings- und Wett­kampf­planung unmöglich, was letztlich auch auf Kosten der Ausbildung unserer Sportler geht und besonders auf die Jüngsten zutrifft. Wir brauchen einfach diese Wattkampfstätte, wo wir draufgehen und einfach losfahren können“, sorgt sich SSV-Schüler­trainerin Heike Schramm.

Für Entscheidungen ist der Radnachwuchs noch zu jung, aber mitmachen wollten sie alle. Sie sind es, die Tag für Tag auf dem immer größer werdenden Flickenteppich ihre Runden drehen. Geboren war eine tolle Idee, auch wenn sie nicht lustig ist. Sie wollten die Erwachsenen mit einem Kunstprojekt darauf auf­merk­sam machen, was ihnen an ihrer Radrennbahn nicht gefällt und so ihr Training erschwert. Mit kleinen Figuren haben sie Bilder geschaffen, die auf so manche marode Stelle an der Bande oder auf dem Bahnbelag hinweisen. Die so entstandenen Bilder sind in einem kleinen Fotobuch dokumentiert.

Dass es im Radsport hoch hergeht, davon konnten sich die Be­su­cher dann beim zweiten Lauf zum TAG Wohnen Nachwuchs-BahnCup 2024 überzeugen. Für Simon Götz war es ein besonderes Highlight, dass er bei einer so tollen Kulisse vom Förderkreis Radsport Gera als „Geraer Nachwuchs-Radsportler des Monats April 2024“ geehrt wurde.

Es war eine rundherum gelungene Veranstaltung. Der Ver­an­stal­ter bedankt sich bei allen, die zum Gelingen beigetragen haben!

Ein Wermutstropfen aber bleibt. Bis Ende Juli soll ein Sa­nie­rungs­konzept und eine Kostenkalkulation vorliegen, heißt es aus dem Rathaus. Für eine mögliche Antragstellung beim Freistaat Thüringen gilt der 1. Juli als Stichtag. Für das Jahr 2025 leider schon wieder zu spät. (rs)

09. Mai 2024 Großer Zuspruch bei Event „Sanierung Radrennbahn JETZT! 25 Jahre reichen!“
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