DM-Gold für Jasmin Müller und Dennis Kühn.
Silber für Domenik Wolf sowie einmal Silber und zweimal Bronze für Lena Charlotte Reißner bei Deutschen Bahnmeisterschaften in Berlin.

09. Aug 2019

SSV-Trainer Gerald Mortag mit seinem Sportler Dennis Kühn, der bei der Deutschen Bahnmeisterschaft in Berlin Gold im Teamsprint errang.
SSV-Trainer Gerald Mortag mit seinem Sportler Dennis Kühn, der bei der Deutschen Bahnmeisterschaft in Berlin Gold im Teamsprint errang.

„Eine super Deutsche Meisterschaft und ein würdiger und ge­lun­ge­ner Vorgeschmack auf die bevorstehende Weltmeisterschaft im Bahnradsport 2020 in Berlin“, so SSV-Trainer Gerald Mortag nach seiner Rückkehr von den Deutschen Bahnmeisterschaften 2019. Doch zurückgekommen war er nicht mit leeren Händen. „Für uns Thüringer war es eine äußerst erfolgreiche Deutsche Meisterschaft, bei der unsere Sportlerinnen und Sportler 36 Medaillen erkämpfen konnten, darunter 12-mal Gold, 11-mal Silber und 13-mal Bronze“, lobte der vierfache Bahnweltmeister das Abschneiden, wohl wissend, wieviel Mühe, Fleiß und Schweiß dahinter steckt.

Besonders lobte er das Abschneiden der Thüringer Nach­wuchs­sportler mit acht Gold-, sechs Silber- und sieben Bron­ze­me­dail­len. Erfreulich auch das Abschneiden der Geraer Rad­sport­ler mit jeweils zwei Gold-, Silber- und Bronze­me­dail­len.

Für eine Überraschung sorgte der Geraer Juniorenfahrer Dennis Kühn. Anfangs stand es noch nicht fest, ob er überhaupt beim Teamsprint zum Einsatz kommt. Während Willy Weinrich (Brei­ten­wor­bis) und Julien Jäger (Erfurt) im Vorfeld fest nominiert wa­ren, blieb bis zuletzt offen, ob der Geraer oder der Söm­mer­da­er Dennis Bloch die Position des Anfahrers einnimmt. Für die Ent­schei­dung zugunsten des Mortag-Schützlings sprach dann auch sein Ergebnis im Sprint, wo er über 200m in 11,163 s eine per­sön­li­che Bestzeit fuhr und Platz neun belegte. „Durch seine kon­zen­trier­te Fahrweise trug er wesentlich mit zum Erfolg bei. Als Starter im jüngeren Jahrgang der Junioren hat Dennis gerade in den letzten Monaten einen großen Leistungssprung gemacht, was auch sein fünfter Platz im Keirin unterstreicht“, so sein Trainer Gerald Mortag.

Für den 16-Jähren ging mit dem DM-Titel ein Traum in Erfüllung. „So ein DM-Trikot hätte ich gern“, sagte er im Vorfeld der DM zu seiner Oma Heike, die dann darauf antwortete, „na dann streng dich an!“

Gefallen hatte der Geraer auch an der Disziplin Keirin gefunden. In der vorletzten Runde drehte er einmal richtig auf und arbeitete sich vor bis zur Spitze, musste dann zum Schluss erst noch ein­mal Lehrgeld zahlen. Für das kommende Jahr hat er sich vor­ge­nom­men, in dieser Disziplin den Titel zu holen.

Mit ihrer Zeit über die 2000m eher unzufrieden, konnte sich Jasmin Müller am darauffolgenden Tag in der 4000m Mann­schafts­verfolgung der Juniorinnen weiter steigern und raste im Thüringer Quartett, gemeinsam mit Thalea Mäder (Erfurt), Friederike Stern (Elxleben) und Gastfahrerin Paula Leonhardt (Berlin), nach Platz zwei in der Qualifikation (4:53,519 min) in 4:46,821 min zum DM-Titel und triumphierten über das Team Bayern.

Mit ihrem neunten Rang konnte Jasmin Müller sich im Punk­te­fahren unter den zehn besten Juniorinnen platzieren.

Mit Startschwierigkeiten hatte auch Domenik Wolf in der 3000m Einzelverfolgung zu kämpfen, was er dann aber über die 4000m Distanz bei der Mannschaftsverfolgung wieder ausbügeln konn­te. Der Junioren-Vierer des LV Thüringen mit Domenik Wolf (Gera), Axel Borgwald, Yannik Niebergall (beide Erfurt) und Paul Groch (Sömmerda) fuhr in der Qualifikation die zweitschnellste Zeit in 4:13,507 min und ging als Titelverteidiger ins große Finale gegen den Vorjahres-Finalgegner vom LV Brandenburg (Quali 4:12,724 min). Die Thüringer Junioren konnten sich im Finale zwar nochmals auf eine Zeit von 4:12,070 min steigern, mussten sich jedoch gegen die Mannschaft vom LV Brandenburg (4:09,595 min) geschlagen geben und gewannen am Ende die DM-Silbermedaille.

Mit jeweils Platz vier im Punktefahren und gemeinsam mit Yannick Noah Andrä (Altenburg) im Madison verfehlte Domenik Wolf jeweils nur knapp einen der Medaillenplätze.

Lena Charlotte Reißner erkämpfte sich bei den nationalen Titel­kämpfen in der Frauenklasse Silber im Madison sowie Bronze im Scratch und in der 4000m Mann­schafts­verfolgung.

Eng ging es bei den Frauen in der 3000m Einzelverfolgung zu, wo Lena Charlotte Reißner in bisheriger Bestzeit von 3:43,664 min mit nur geringem Abstand zu Rang vier den achten Platz belegte. Das Punktefahren beendete sie auf Rang sechs.

Das Team LV Thüringen der weiblichen Jugend mit Lara Röhricht (Gera), Tasia Ballhaus (Sömmerda), Isabel Wollweber und Franzi Arendt (beide Erfurt) schaffte in der Qualifikation der 3000m Mannschaftsverfolgung eine Zeit von 3:46,414 min und steigerte sich damit um fast zehn Sekunden gegenüber der Vorjahreszeit. Im kleinen Finale gegen ein Mixed Team (Quali 3:44,359 min) kam für Isabel Wollweber die Erfurterin Cassandra Bloch ins Team. Trotz nochmaliger Steigerung auf 3:44,304 min mussten sich die Thüringer Jugendfahrerinnen geschlagen geben und verfehlten mit dem 4. Platz nur knapp eine DM-Medaille.  (rs)

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